Tagesausflug an den Hallwilersee


Am frühen Morgen des 2. Mai regnete es Bindfäden. Wie mir später zu Ohren kam, hofften zu diesem Zeitpunkt einige Angemeldete auf eine Absage unseres Ausfluges. Als sich kurz vor 10 Uhr 18 Erwachsene und drei Kinder beim Schulhaus einfanden, wurde weder Kapuze noch Regenschirm gebraucht. Der Wettergott war uns in der Folge wohlgesinnt, sogar die Sonne zeigte sich ab und zu.
Auf der rund einstündigen Führung durch das Wasserschloss erfuhren wir anhand von Gegenständen, die im Schlossgraben gefunden worden waren, allerlei Interessantes über die herausragenden Persönlichkeiten der Familie von Hallwyl. Die aqua manila zum Beispiel war eine Wasserkanne zum Händewaschen, die jeweils vor einer Mahlzeit herum geboten wurde. Zu jener Zeit legte man keine Gabel auf den Tisch, da diese ein Teufelsgerät war. Burkhard von Hallwyl lebte im 16. Jahrhundert und war Arzt. Von Berufes wegen lag ihm die Hygiene sehr am Herzen und er sorgte mit Hilfe einer Teuchelleitung für fliessendes, frisches Wasser. Dies war die erste Wasserleitung  auf dem Schloss. Er schrieb auch ein Buch mit Rezepten, über welche man heute herzhaft lachen kann. Wie wird zum Beispiel ein Pferd beim Rennen schneller? Man gebe ihm in der Nacht Hafer und nichts zum Trinken. Erst am Morgen gebe man ihm Wein. So werde es lustig und laufe schnell.
Um viele Weisheiten und Eindrücke reicher, machten wir uns auf Schusters Rappen auf Richtung Bootshaltestelle Delphin in Meisterschwanden. Da es in den vergangenen Tagen viel geregnet hatte, mussten wir einige überschwemmte Stellen bezwingen. Zum Teil balancierten wir auf erhöhten Holzstegen oder wir schlugen einen Umweg ein. Die Wanderung durch eine prächtig blühende Landschaft direkt am See bei idealen Wetterverhältnissen gefiel allen. Auf dem Schiff liessen wir den gemütlichen Ausflug mit allerlei Süssem ausklingen.

Helen Eichenberger

 

Dorfverein Villnachern